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Türen und Tore – praktisch und sicher

Ein Garagentor im Einfamilienhaus, ein Einstellhallentor in einer Überbauung oder eine Eingangstür im Einkaufszentrum – angetriebene und automatische Türen und Tore sind nicht mehr wegzudenken.

Wohnen
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Nutzerinnen und Nutzer eines automatischen Tores müssen instruiert werden.
Nutzerinnen und Nutzer eines automatischen Tores müssen instruiert werden.
123rf

von Roland Grädel, Produktexperte bei der BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung

Türen und Tore müssen grundlegende Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit erfüllen und sie müssen den Gesetzen, Normen und Richtlinien entsprechen. Dafür ist der Inverkehrbringer zuständig, das heisst, der Hersteller, die Händlerin oder die Montagefirma.
Auch Planerinnen und Planer, Besitzerinnen und Besitzer, die Stockwerkeigentümergesellschaft, die Immobilienverwaltung und die Hauswartin und der Hauswart können viel tun, um die Sicherheit zu erhöhen und Unfälle zu vermeiden.
Dazu gilt es einige Punkte bei der Planung, der Inbetriebnahme und beim Betrieb zu beachten.

Sicherheit bei der Planung

Wer sich bereits bei der Planung einer Tür oder eines Tores Gedanken zu den damit verbundenen Risiken macht, leistet einen wichtigen Beitrag zur Unfallverhütung. Die Verwendung, der Aufstellort und die Art der Steuerung können das Risiko stark beeinflussen.
Vor der Planung ist zu definieren, ob die geplante Anlage frei zugänglich ist oder ob nur eine begrenzte Gruppe von Personen die Anlage bedienen wird. Dies hat grosse Auswirkungen auf die erforderlichen Sicherheitsmassnahmen. Ein Garagentor in einer Einstellhalle beispielsweise, welches mit einem Handsender ohne Sicht auf das Tor geöffnet wird, stellt ganz andere Anforderungen an die Sicherheit als ein handbetätigtes Garagentor in einem Einfamilienhaus.
Ja nach Risiko sind besondere Schutzmassnahmen zu planen. Zum Beispiel trennende Schutzeinrichtungen, Kraftbegrenzungsmassnahmen, schaltende Schutzeinrichtungen und berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen wie Lichtschranken oder Lichtgitter.
Ein handbetätigtes Garagentor mit einem Antrieb nachzurüsten, ist eine Arbeit für eine Fachfirma. Diese kennt die Anforderungen an ein sicheres Garagentor. Es wird empfohlen, Umbauten oder Anpassungen an Garagentoren und sämtlichen anderen handbetätigten, angetriebenen und automatischen Türen und Toren nicht selbst vorzunehmen.

Sicherheit während Inbetriebnahme

Wird eine neue, motorisierte Tür- oder Toranlage beschafft oder ein handbetriebenes Tor mit einem Antrieb nachgerüstet, muss der ausführende Betrieb bei der Übergabe an die neuen Besitzerinnen und Besitzer eine Konformitätserklärung sowie eine Betriebsanleitung in den Schweizer Amtssprachen Deutsch, Französisch und Italienisch abgeben. Dazu gehören eine Wartungsanleitung sowie ein Prüfbuch. Alle Unterlagen müssen zum gekauften Produkt gehören.
Wichtig: Neben den Unterlagen sollte unbedingt auch eine praktische Vorführung und eine Instruktion der Anlage vor Ort verlangt werden, wenn dies nicht automatisch angeboten wird. Die Montagefirma soll zeigen, wie die Toranlage ordnungsgemäss und sicher bedient wird.

Sicherheit während des Betriebs

Für den sicheren Betrieb der Tür oder der Toranlage ist die Betreiberin oder der Betreiber verantwortlich. Dazu gehört eine regelmässige Wartung und Instandhaltung der Anlage.
Ohne regelmässige Instandhaltung wird jedes angetriebene und automatische Tor früher oder später zum Sicherheitsrisiko. Für den Erhalt der Sicherheit ist es zentral, die Anlage regelmässig prüfen, warten und nötigenfalls reparieren zu lassen. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

 

  • Wartungsintervalle und Instandhaltungsarbeiten gemäss Bedienungsanleitung ausführen lassen
  • Instandhaltungsarbeiten nur von sachkundigem Fachpersonal durchführen lassen
  • Die Instandhaltungsarbeiten in einem Prüfbuch dokumentieren

Es empfiehlt sich, immer eine Fachfirma beizuziehen und einen Wartungsvertrag abzuschliessen. Wer sich der Risiken und Gefahren einer Toranlage bewusst ist und die Anlagen regelmässig überprüfen lässt, kann Unfälle verhindern und sich auf eine sichere Anlage verlassen.

Die BFU empfiehlt: Vier wichtige Tipps

  • Sicherheitsfragen bereits bei der Planung miteinbeziehen
  • Bei der Inbetriebnahme alle Nutzerinnen und Nutzer instruieren
  • Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gemäss Herstellerangaben ausführen lassen
  • Arbeiten an Toranlagen nur von sachkundigem Fachpersonal ausführen lassen

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