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Deutschland ruft vor G7-Gipfel zu Kampf gegen Hungerkrise auf

Kurz vor dem G7-Gipfel in Elmau ruft Deutschland zum dringenden Kampf für die weltweite Ernährungssicherung auf. «Es ist eine Hungerkrise, die sich wie eine lebensbedrohliche Welle vor uns auftürmt», sagte Aussenministerin Annalena Baerbock auf einer internationalen Konferenz der Bundesregierung am Freitag in Berlin.

Agentur
sda
24.06.22 - 13:54 Uhr
Politik

Angesichts des Klimawandels und der Folgen der Corona-Pandemie seien rund 345 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit bedroht. «Aber erst Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat aus einer Welle einen Tsunami gemacht», sagte die Grünen-Politikerin. Deutschland hat derzeit den Vorsitz und ist Gastgeber des G7-Gipfels in Schloss Elmau im süddeutschen Land Bayern von Sonntag bis Dienstag.

Wegen ausfallender Getreideexporte der Ukraine infolge des russischen Krieges gegen das Land wird in einigen Staaten, etwa in Afrika und Asien, mit einer knappen Versorgung gerechnet. Geringere Mengen haben die Preise auf den Weltmärkten hochgetrieben. International gibt es Bemühungen, angesichts russischer Blockaden der Seehäfen im Schwarzen Meer alternative Transportwege für Exporte der Ukraine zu schaffen. Kanzler Olaf Scholz hatte deutlich gemacht, dass vom G7-Gipfel in Elmau von diesem Sonntag an die Botschaft ausgehen solle, dass die Demokratien der Welt im Kampf gegen den Hunger zusammenstehen.

Der deutsche Agrarminister Cem Özdemir sprach sich dafür aus, neben dem akuten Bemühen um Ausweichwege etwa über die Schiene und die Donau dauerhafte Alternativrouten für Getreideausfuhren zu schaffen. Damit könne auch erreicht werden, dass die Ukraine nach einem Ende des Krieges nicht erpressbar sei. So lange der russische Präsident Wladimir Putin an der Macht sei, müsse man davon ausgehen, dass das Schwarze Meer auf Dauer kein sicherer Weg sein werde. Es wäre zudem ein Signal zur Beruhigung der Weltmärkte, wenn grössere Mengen sicher abtransportiert werden könnten. Özdemir wies zugleich darauf hin, dass Kapazitäten auf alternativen Wegen begrenzt und teuer seien.

Baerbock kritisierte: «Russland nutzt Hunger ganz bewusst als Kriegswaffe und macht die ganze Welt zur Geisel.» Sie rief auch zu stärkerer finanzieller Unterstützung für internationale Hilfen gegen den Hunger auf. «Es werden über 44 Milliarden Euro dieses Jahr gebraucht, die erst zur Hälfte finanziert sind.» Zu der Konferenz in Berlin hätten kurzfristig rund 50 Delegationen zugesagt, etwa 40 Ministerinnen und Minister seien gekommen, sagte Baerbock. Es handele sich nicht um eine Geberkonferenz. Ein wichtiger Zweck der Beratungen sei es, die verschiedenen Akteure zusammenzubringen.

Eingeladen hatten Baerbock, Özdemir und Entwicklungsministerin Svenja Schulze. Die Hungerkrise war auch Thema eines G7-Aussenminister-Treffens am Freitag in Berlin. Vier der sieben Ressortchefs waren anwesend, drei virtuell zugeschaltet. Der G7-Gruppe der grossen Industriestaaten gehören auch die USA, Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Japan an.

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